Philosophie

Geschichte

Seit etwa 15.000 Jahren (nach belegbaren Funden) sucht der Hund die Nähe des Menschen.

Der Wolf, von dem jeder heutige Haushund abstammt, war ein schlaues Kerlchen. Natürlich war es einfacher, Abfälle vom Menschen zu stehlen als sich auf der energieraubenden Jagd in Gefahr zu bringen. Die Kosten/Nutzenrechnung dieser Wölfe ging offensichtlich auf, denn auch wenn die Domestikation einen großen Teil der Freiheit raubte, so konnte doch der Fortbestand der Art gewährleistet werden. Nicht dass sich dieser Tatsache auch nur einer der Wölfe oder frühen Hunde (oder auch der gegenwärtigen Hunde) jemals bewusst gewesen wäre. Aber nach Charles Darwins Theorie ‚Survival of the fittest’ hat die Natur einige Mechanismen entwickelt, um das Fortbestehen einer Art zu sichern.

Kommen wir zum Hund. Bereits unsere frühen Vorfahren erkannten in den Wölfen soziale Wesen, geeignet für ein Zusammenleben. Verschiedene Aspekte konnten genutzt werden:

Wächter, Jagdbegleiter, Kuscheltier für die Kleinen, Müllschlucker bis hin zum Hinternabputzen, allseits beliebtes Futterreservoire auf vier Pfoten…

Ja es muss einmal angesprochen werden; Menschen essen Hunde. Schon seit alters her. Es ist zwar heute komplett außer Mode (selbst in den allermeisten Regionen Chinas, allen Gerüchten zum Trotz), aber über die meiste Zeit der Menschheitsgeschichte stand der beste Freund des Menschen eben auch auf dem Speiseplan.

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Dies wiederum führte aber auch mit zu einer gezielten Selektion. Wenn beispielsweise aus einem Wurf von 5 Welpen 4 in den Topf wanderten, hatte derjenige, der am niedlichsten war, die besten Chancen, zu überleben. Er vererbte dann etwa 2 Jahre später seine (nach menschlichem Maßstab guten) Gene und das Spiel konnte von vorne beginnen.

Wurden große Hunde gebraucht mit langen Beinen, um beispielsweise Hirsche zu jagen? Dann konnte es auch passieren, dass die Kleinwüchsigen aussortiert wurden.

Hunde, die sich beim Jagen nicht bewährten, wurden nicht verwendet, um weiter zu züchten.

Das Ergebnis dieser Diversifizierung kann sich sehen lassen. Keine andere Spezies auf diesem Planeten hat sich individuell so unterschiedlich entwickelt.

Vom kleinsten Yorkshire-Terrier bis zur größten deutschen Dogge, von der breitesten englischen Bulldogge bis zum dünnsten Windhund stammen alle unsere Hunde ausschließlich vom Wolf ab. Irgendetwas davon kann man in jedem Hund wieder erkennen.